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Überspannungsschutz: So schützen Sie Geräte vor Blitzschlägen!

Rund 2 Milliarden Euro verglühen buchstäblich jedes Jahr. So hoch wird die Summe der Gewitterschäden in Deutschland taxiert. Schlagen Blitze in Häuser ein, dann geht davon eine erhebliche Gefahr für die heimische Elektronik aus. Wir zeigen, wie Sie für richtigen Überspannungsschutz sorgen!

Was ist Überspannung?

Der Begriff der Überspannung meint das Vorliegen einer Spannung in elektrischen Systemen, die so hoch ist, dass sie den Toleranzbereich deren Nennspannung überschreitet.

Klingt kompliziert, erklärt sich aber plastisch an den vorliegenden Spannungen im Falle eines Gewitters. Die bei uns in Europa übliche Netzspannung beträgt 230 Volt (plus/minus 23 Volt). Der so genannte Starkstrom – üblich etwa in der Küche zum Anschluss eines Elektroherds – beträgt 400 Volt.

Führt ein Ereignis wie ein Blitzschlag zu Überspannung, schädigt dies Geräte und Installationen.

Ursachen und Gefahren von Überspannung

Die Gewittergefahr in Deutschland ist unterschiedlich hoch. 2015 gab es rund 550.000 Blitzeinschläge, 2007 sogar 1 Million.

Es sind genau solche Blitzeinschläge, die zur Gefahr für die Elektrogeräte zuhause werden.

Zwischen den negativen Ladungen im unteren Teil einer Gewitterwolke und den positiven Ladungen am Erdboden herrschen elektrische Spannungen, die häufig mehr als zehn Millionen Volt betragen.

Wenn es dann zu einem „Überschlag“ kommt, dann fließt ein Strom der Stärke von rund 300.000 Ampere. Bestenfalls fliegt nur die Sicherung raus.

Je nach Schwere verursacht ein Blitzeinschlag auch Schäden an der Bausubstanz sowie an den Installationen des Hauses. Durch die große Hitzeentwicklung sind Brände häufig. Installationsschäden treten oft als herausgesprengte Unterputzleitungen oder verschmorte Steckdosen auf.

Doch was ist mit Tablet, Laptop & Co? Klarer Fall: Auch teure Heimelektronik ist bedroht.

Speziell Computer, Haushaltsgeräte oder eine elektronische Heizungsanlage können den Überspannungsschäden zum Opfer fallen.

Diese reichen von Datenverlusten bis zum Totalverlust der Geräte.

Mögliche Konsequenzen – wann zahlt die Versicherung?

Ob Schäden am und im Haus oder Schäden an elektrischem Gerät: Gegen beide Schadensarten kann man sich versichern.

Eine klassische Wohngebäudeversicherung trägt die Kosten der Gebäudeschäden durch Feuer, Sturm und Blitzschlag.

Häufig regeln die Verträge genau, welche Art von Überspannungsschutz vorliegen muss, beispielsweise ein äußerer Blitzableiter.

Eine Hausratversicherung übernimmt Schäden an allen beweglichen Teilen im Haus, wie Möbeln, Teppichen, Einbauten und elektrischen Geräten.

In neuen Versicherungen sind üblicherweise auch Überspannungsschäden enthalten. Achtung: Für verlorene Daten haftet eine Hausratversicherung aber üblicherweise nicht.

Wenn also der Blitz einschlägt und die Festplatte des Computers kaputtgeht, dann zahlt die Versicherung zwar eine neue Festplatte.

Kosten für die Wiederherstellung von Daten oder die Wiederbeschaffung von Software, Dokumenten oder Fotos werden aber nicht übernommen.

Tipp: Datenwiederherstellung mitversichern und Quittungen und Kaufbelege von Hard- und Software aufbewahren!

Arten des Überspannungsschutzes

Man unterscheidet zwischen äußerem Überspannungsschutz und innerem Überspannungsschutz:

  • Äußere Blitzstrom-Ableiter („Blitzableiter“): In der EU ist dieser Blitzschutz durch die Norm EN 62305 definiert. In der VDE-Blitzschutznorm (VDE 0185 Stand 10/2006) ist festgelegt, dass der äußere Blitzschutz mit dem Potentialausgleich des Gebäudes verbunden werden muss (Innerer Blitzschutz).
  • Überspannungs-Ableiter (Überspannungsschutzeinrichtung Typ 2): Dieser sogenannte Mittelschutz befindet sich bei Gebäuden üblicherweise in den Etagenverteilern. Er begrenzt die verbleibenden Überspannungen bei einem Blitzschlag auf weniger als 600 bis 2000 V.
  • Spezielle Geräte, z.B. Überspannungsstecker (Überspannungsschutzeinrichtung Typ 3): Dieser sogenannte Feinschutz schützt Steckdosen und die Steckverbindungen. Er reduziert die verbleibenden Überspannungen auf das verkraftbare Maß von hierzulande rund 230 Volt.

Überspannungsschutz: Produkte zum Nachrüsten

Die Vielzahl der verbauten leitenden Teile im Haus und die immer größere technische Ausstattung sind ein gefundenes Fressen für Blitze.

Switche, Router, Firewall, xDSL Modem, ISDN, NoteBook, PC / Server, Fernsehgeräte, Multimedia Geräte – all das will gut geschützt sein.

Das beginnt schon bei der Steckdose. Die Super-Solid 8-fach Steckdosenleiste von BRENNSTUHL lässt keine Wünsche offen, bietet 8 Anschlüsse und sichert die verbundenen Geräte mit Überspannungs- und Blitzschutz bis 4.500 A ab.

Die Steckdosenleiste ist ultra robust: Das feste Polycarbonat überlebt jeden Sturz.

Auch von Netzwerkkabeln gehen Gefahren aus, weil sie perfekte Leiter sind.

Hier hilft der ALLNET Überspannungsschutz. Er wird einfach zwischen Netzwerkkabel oder xDSL / ISDN Anschluss und dem zu schützenden Gerät gesteckt.

So lässt sich beispielsweise die Infrastruktur in sicherheitsrelevanten Bereichen schützen.

Für einen wirksamen Schutz muss der ALLNET ALL95100 natürlich an einem geerdeten Leiter angeschlossen werden.

Einen sicheren Hochleistungs-Überspannungsschutz und zusätzliche Batteriepufferung bietet der APC Surge Plus 325 mit 4 Schutzkontaktbuchsen.

In die Kategorie der optischen Netzwerk-Überspannungsschutz-Geräte fällt der HWU OLD6000 für den Ethernet-Schutz.

Bei Einsatz in vorhandenen Netzwerken mit konventioneller Verdrahtung wird die Schnittstelle durch eine optische Brücke gekoppelt und galvanisch isoliert.

Außerdem ist die optische Übertragung immun gegen die Einstreuung elektromagnetischer Störungen.

Auch an die Verbindung zwischen Host-PC und einem USB-Gerät sollte man beim Blitzschutz denken.

Ein Praxisbeispiel

Schlägt bei einem Gartenfest der Blitz in einen hoch montierten Scheinwerfer ein, dann könnte dies beispielsweise das verbundene Laptop des DJs zerstören.

Beim Steuern von Beleuchtungsanlagen, elektrischen Anlagen oder Maschinen über USB bietet eine solche galvanische Trennung den nötigen Schutz für den Host Computer.

Titelbild: reichelt

Übrigens:

Eine aktuelle reichelt Studie hat ergeben, dass die meisten Deutschen unzureichend gegen Überspannungsschäden versichert sind. Hier geht es zur Studie!


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0 Antworten

  1. Ich wusste gar nicht, was Überspannung hieß bis heute! Danke für die Information! Haben Sie noch Tipps, die Ich gucken kann, die auch über Blitzschutzanlage geht? Ich glaube, die kommenden Monate werden viele Stürme haben.

  2. Wer schon einmal elektronische Geräte wegen eines Blitzes verloren hat, weiß wie sinnvoll eine guter Blitzschutz ist. Oft wird das Gerät auch mit einem Versicherungsschutz angeboten, falls das Gerät versagen sollte. Wer zum Beispiel in einer Gegend mit Überlandleitungen lebt, dem kann ich so einen Schutz nur sehr warm ans Herz legen.

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